Die Rasse 

Der Staffordshire Bullterrier, ein in Österreich noch seltener Vertreter der Terrierfamilie, ist eine englische Hunderasse, deren Spur bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden kann. Damals waren grausame Kämpfe gegen Bären, Löwen und Stiere eine beliebte Volksbelustigung. Als 1853 diesem fragwürdigen Treiben endlich per Gesetz ein Riegel vorgeschoben wurde, blühten im Verborgenem, nunmehr verstärkt Hund gegen Hund, weiter Kämpfe. Durch zeitgemäße Darstellungen belegt, kamen einige der dafür mißbrauchten Hunde unserem heutigen Staffordshire Bullterrier äußerlich schon recht nahe.Das Zentrum der Zucht lag in den Midlands, genauer im "Black Country", wo es große Kohlevorkommen gab und zur Zeit der Industrialisierung ein Zentrum der britischen Stahlindustrie beheimatet war. Die Minen- und Stahlarbeiter waren es auch, welche die alte Rasse am Leben erhielten, auch nachdem um 1860 der weiße Standard-Bullterrier Hink'scher Prägung auftauchte und rasch Popularität gewann. Die Zucht stand nicht einem auf Schönheit gerichtetem Niveau, vielmehr wurde auf die Leistungsfähigkeit der Hunde größtes Augenmerk gelegt. Auslesekriterien waren die besten Eigenschaften der früher eingekreuzten Rassen: vo der Bulldogge Mut, Ausdauer und Stärke, von der Terrierseite die Schnelligkeit und Aktivität.
 
Im Jahr 1935 wurde in England der Staffordshire Bullterrier Club gegründet, der erste Rassestandard formuliert und die Rasse vom Kennel-Club anerkannt. Nachdem nun die Zucht in geordnete Bahnen gelenkt war, nahm die Rasse auch auf Ausstellungen einen steilen Aufstieg bei den Hundeliebhabern. Da nach wie vor viele Gruben- und Stahlarbeiter, die aufgrund ihrer Profession vom Militärdienst verschont blieben, feder- führend in der Zucht waren, konnte nicht einmal ein Weltkrieg diesen Aufwärtstrend stoppen.
 
Im heutigen England ist der Staffordshire Bullterrier eine der meist gehaltenen Terrier-Rassen und wird auch auf Hundeausstellungen in imposanten Meldezahlen präsentiert. Das erstaunt keinen, der sich näher mit dieser Rasse befaßt, da ihre besonderen Eigenschaften, wenn auch früher zu gänzlich anderen Zwecken herausgezüchtet, ganz hervorragend in unsere moderne Zeit passen. Kenner schätzen vor allem ihre ausgeprägte Menschenfreundlichkeit, hier wiederum speziell Kindern gegenüber. Die Ausgeglichenheit und Nervenstärke machen den Staffie zu einem sicheren Begleiter, selbst im dichten Großstadtverkehr. Aber auch auf den jederzeit erwünschten, ausgedehnten Spaziergängen kommen Ausdauer, Intelligenz und nie ermüdendes Interesse an Spaß und Spiel zum Tragen.
 
Der Staffordshire Bullterrier ist ein vielseitiger Begleiter, der noch dazu mit einer robusten Gesundheit aufwarten kann. Pflegeleichtes Kurzhaar und mittlere Größe machen ihn, genügend Auslauf vorausgesetzt, zum idealen Mitbewohner auch bei beengenderen Wohnungsgrößen. Bedingt durch seine Abstammung zeigt der Staffie auch heute noch unerschrockenen Mut sowie ein ruhiges und stets fröhliches Wesen. Diese Charaktereigenschaften, gepaart mit unendlicher Liebe zu "seiner" Familie, machen ihn zu einem ganz herausragenden Hund, der es auch verdiente, bei uns ein wenig mehr verbreitet zu sein.
  
 
 
Der Rassestandard
 
Allgemeines Erscheinungsbild:
Glatthaarig, gut ausgewogen, sehr kräftig für seine Größe, muskulös, aktiv und beweglich.
 
Charakteristika:
Traditionell von unbeugsamem Mut und Hartnäckigkeit. Hochintelligent und liebevoll, besonders zu Kindern.
 
Temperament:
Tapfer, furchtlos und absolut zuverlässig.
 
Kopf und Schädel:
Kurzer, gleichmäßig tiefer und breiter Schädel. Sehr ausgeprägte Wangenmuskel. Deutlicher Stop. Kurzer Fang. Nase schwarz.
 
Augen:
Dunkel bevorzugt, können aber einen gewissen Bezug zur Haarfarbe haben. Rund und von mittlerer Größe. So eingesetzt, daß sie geradeaus blicken. Dunkle Lider.
 
Ohren:
Rosen- oder Halbstehohr, weder groß noch schwer. Vollständiges Schlapp- oder Stehohr höchst unerwünscht.
 
Lefzen/Kiefer/Gebiß:
Lefzen straff und makellos. Kiefer stark. Zähne groß, mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
 
Hals:
Muskulös, eher kurz, klar im Umriß und sich zu den Schultern hin verbreiternd.
 
Vorderhand:
Läufe gerade und von guter Knochenstärke, eher weit auseinanderstehend, ohne eine Schwäche in den Vordermittelfüßen zu zeigen, von denen aus die Pfoten ein wenig nach außen gerichtet sind. Schultern gut zurückliegend, keine losen Ellenbogen.
 
Körper:
Kurze Lendenpartie, gerade obere Linie, breite Front, tiefer Brustkorb, gut gewölbte Rippen, muskulös und klar umrissen.
 
Hinterhand:
Gut bemuskelt. Sprunggelenke gut heruntergelassen. Kniegelenke gut gewinkelt. Läufe, von hinten betrachtet, parallel.
 
Pfoten:
Gut gepolstert, kräftig und von mittlerer Größe. Krallen schwarz bei einfarbigen Hunden.
 
Rute:
Mittlere Länge, tiefer Ansatz, auslaufend in eine Spitze und ziemlich tief getragen. Soll nicht stark gebogen sein, eher vergleichbar mit einem Pumpenschwengel alter Form.
 
Gangwerk/Bewegung:
Frei, kraftvoll und flink mit rationellem Kraftaufwand. Von vorne und hinten betrachtet, bewegen sich die Läufe parallel. Erkennbarer Schub aus der Hinterhand.
 
Haarkleid:
Glatt, kurz und dicht.
 
Farbe:
Rot, falb, weiß, schwarz oder blau, oder eine dieser Farben mit weiß. Gestromt in jeder Schattierung oder gestromt mit weiß. Schwarz mit Loh oder leberfarben ist höchst unerwünscht.
 
Gewicht:
Rüden: 12,7 - 17,2 kg (28 -38 lbs)
Hündinnen: 10,9 -15,4 kg (24 - 34 lbs)
 
Größe:
Erwünschte Widerristhöhe: 35,5 - 40,6 cm (14 - 16 inches)
 
Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
 
Anmerkung:
Rüden sollten zwei normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.
 

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